FRAU SEIN UND GUT BEI STIMMEF

Häufig haben wir Frauen eine Oberton/Sopranstimme, und wenn wir emotional von einem Thema berührt sind, wandert unsere Stimme in die hohen Tonlagen und unser Ton ist nicht mehr voll und tragend. Obwohl wir eigentlich eine Sachdiskussion führen wollten, merken wir, dass wir uns auf einmal in einer emotionalen Diskussion wiederfinden. Wir werden persönlich angegriffen und das eigentliche Thema verschwindet im Hintergrund. Wir fühlen uns dann häufig missverstanden und nicht ernst genommen und finden uns - in unseren Augen völlig zu Unrecht - in einer Rechtfertigungsargumentation wieder. Dies liegt meistens nicht an dem "fraulichen" Kommunikationsverhalten oder an der überlappenden Gesprächsführung, die besonders häufig von Frauen benutzt wird, sondern vor Allem an der unbewussten Stimmführung - an unserem Stimmklang. siehe auch Stimmtonlagen und ihre Wirkung auf den Zuhörer

Jede Stimmtonlage außerhalb der Indifferenztonlage, das ist die Stimmtonlage, die sich im mittleren Bereich unseres Gesamtstimmumfanges befindet, vermittelt persönliche Gefühle. Zu 80 Prozent! Die Obertonstimme vermittelt dem Zuhörer das Gefühl: hier ist jemand verunsichert, hilfebedürftig oder gar ängstlich. Die Untertonstimme wird als beruhigend, beschützend empfunden. Häufig antwortet der Zuhörende (meistens der männliche) auf eine Obertonstimme mit einer Untertonstimme. Wir wollen dieses an einem Beispiel näher betrachten:

Ich möchte gerne nach Österreich in den Urlaub fahren. Mein Mann nach Spanien. Während des Argumentationsaustausches wandert meine Stimme unbeabsichtigt - und ohne dass ich dies bewusst bemerke - in den oberen Tonbereich. Meine Argumente bleiben aber rein sachlich! Doch auf einmal antwortet mir mein Mann mit einer tiefen beruhigenden Stimme. Ich fühle mich nun persönlich angegriffen: warum spricht er in diesem Tonfall mit mir, nimmt er mich nicht ernst, bin ich etwa unsachlich, soll ich mich wie ein Kind behandeln lassen, das Launen hat und das man nur beschwichtigen muss damit es wieder still ist? Aufgebracht, und unbewusst in meiner hohen Stimme bleibend, werde ich nun entweder noch einmal versuchen sachliche Argumente anzuführen, oder aber auf die Gefühle, die seine Stimme bei mir ausgelöst hat, antworten. Früher oder später befinde ich mich auf jeden Fall in einer Beziehungsdiskussion.

Ich habe hier ein Beispiel aus dem privaten Bereich gewählt, diese Situation ist jedoch auch in unsere Berufswelt übertragbar. Im beruflichen Leben werden wir wohl kaum eine Beziehungsdiskussion führen, dafür aber fühlen wir uns häufig ohnmächtig und unverstanden - manchmal auch erniedrigt und klein gemacht

Damit unsere Argumente, wir selbst, so verstanden werden, wie wir es wirklich wollen, brauchen wir in diesen Situationen nur unsere Stimme in die INDIFFERENZTONLAGE zu legen. - Nur?-

Ja, Nur! Bewusste Stimmführung ist keine Kunst und einfacher, als Sie sich das vorstellen, es bedarf nur eines kurzen bewussten Trainings, um eine bestimmte Sprechweise zu automatisieren. Diese können Sie dann jederzeit, wenn Sie es für wichtig halten, abrufen. Alle Menschen benutzen täglich unbewusst die Ober-, Untertonstimme sowie die Indifferenzlage. Im bewussten Training lernen wir die einzelnen Stimmtonlagen beim Sprechen bewusst zu unterscheiden und auch bewusst zu hören. Denn unbewusst hören wir ganz genau, bei jeder Stimme, in welcher Tonlage sie sich befindet.

Sie bestimmen in jeder Situation selbst, wie selbstsicher und selbstbewusst Sie auftreten und wirken, unabhängig von Ihrer tatsächlichen Nervosität oder Aufgeregtheit, unabhängig von der täglichen Belastung, die auf Ihnen ruht. Strahlen Sie bewusst Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit aus! siehe auch Selbstsicherheit durch selbstbewusste Stimmführung